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Ken Roczen mal anders

Ein paar Tage vor dem Sieg von Ken Roczen beim 250er Supercross-Rennen in Orlando trafen wir den Red Bull KTM-Werksfahrer. 

Den 19-jährige Deutschen zog es nach dem MX2-WM-Titelgewinn 2011 nach Amerika. Seither tritt er in der dortigen Supercross- und Motocross-Szene an. Derzeit, nach vier Läufen, führt er die Punktetabelle in der 2013 Supercross West 250 SX-Serie an. Teamkollege Ryan Dungey, der amtierende Meister der großen Klasse, landete mit  der 450er KTM in Orlando auf dem dritten Rang und belegt aktuell Platz 4 in der Meisterschaft, der Rückstand auf den Leader beträgt nur 17 Zähler.

Roczen ist in seinem zweiten US-Jahr stark unterwegs und auf sehr gutem Weg, sportlich zeigt die Erfolgskurve nach oben. Auch beim Publikum kommt er immer besser an. In der Regel verfolgen an die 40.000 US-Fans in den Stadien die Supercross-Action. Wenn die alle losjubeln, ist mitreissendes Gänsehaut-Feeling angesagt – davon haben wir uns bei den beiden letzten SX-Rennen vor Ort selbst überzeugen können.

 

Nachdem ein entspanntes Scrapyard-Fotoshooting im Kasten war, führten wir noch das nachfolgende Interview. Ken Roczen sagte über……

…. das Lebensgefühl in den USA: 

»Ich fühle mich in Amerika mehr und mehr zu Hause. Inzwischen ist es fast ein bißchen komisch, wenn ich zwischendurch mal nach Europa und Deutschland reise and alle um mich herum wieder meine Muttersprache reden.«

»Neben dem Fahren muss man sich auch an andere Dinge gewöhnen. Generell sind in Amerka viel öfter als in Europa PR-Events und Fotosessions üblich, auch für Aktionen bei Händlern mit Autogrammstunden gilt es regelmäßig zur Verfügung zu stehen. An den Rennwochenenden ist der Freitag grundsätzlich für Interviews und allerlei Aktivitäten vorgesehen. Auch das Reisen von und zu den Events nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Eigentlich ist man permanent auf Achse.«

 

…. die Disziplin Supercross:

»Ich habe das erste Jahr (2012) benötigt, um mich einzugewöhnen. Ich kann jetzt aggressiver angreifen, bin extremer am Limit. Vorher bin ich nur herumgerollt. Wir haben auch immer an der Abstimmung getüftelt; jetzt treffen wir hier eher auf den Punkt. Mit mehr Erfahrung fällt alles ein bißchen leichter.«

 

…. die Aussicht auf vereinzelte Rennen in Europa, speziell nach dem Auftritt beim deutschen GP letztes Jahr:

»Vorausgesetzt ich bin 100 % gesund, würde ich gerne wieder ein paar Rennen in Europa bestreiten. Weil es aber etliche Terminkollisionen gibt, ist es derzeit etwas schwierig, genau zu planen, wo und wann Gastauftritte möglich sind.«

 

… zum historischen Sieg im deutschen Team beim Motocross der Nationen letztes Jahr:

»Das ist zwar schon wieder eine Weile her, aber jedesmal wenn ich ein Foto von diesem Event sehe, kommen auch die Erinnerungen sofort hoch; das war ein geiles Wochenende.«

 

… zum Dasein als Red Bull KTM Werksfahrer im zweiten US-Jahr:

»Jeder im Team arbeitet hart, es wird enormer Aufwand betrieben. Ich versuche mein Bestes zu geben, wie jeder andere auch.  Alle ziehen am gleichen Strick und verfolgen ein gemeinsames Ziel. KTM agiert in Amerika bereits erfolgreich und wird immer noch stärker. Die Aufmerksamkeit, die uns zukommt, hat spürbar zugenommen, im Vergleich zum letzten Jahr und speziell im Vergleich zu 2011.«