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Klein, aber fein – Entwicklungsdetails zu den neuen KTM RC390/200/125

 

Auf der EICMA feierten RC390, RC200 und RC125 Weltpremiere. Das leichtgewichtige Sportbike-Trio komplettiert das KTM-Programm. Das orange Modellangebot wird damit in den kleineren Street-Klassen um weitere Leckerbissen bereichert.

 

Die technischen Daten und etliche wissenswerte Details finden sich auf der KTM-Homepage www.ktm.com. Zu den Hintergründen erläuterte uns Entwicklungschef Philipp Habsburg: »Diese Motorräder wurzeln in KTMs Engagement in der Moto3-WM. Damit stellen wir auch im Serienbau eine Verbindung zu den Grand-Prix-Renneinsätzen her. Vor zwei Jahren sind wir dort eingestiegen und das sehr erfolgreich. Wir haben mit Sandro Cortese den ersten Moto3-WM-Titel gewonnen, messen uns erfolgreich im Kampf mit dem weltgrößten Hersteller, haben in diesem Jahr bereits alle Rennen gewonnen und dazu 20 Rennsiege am Stück gefeiert.«

 

Auch technisch konnte KTM Know-how in den Bau der RC-Modelle transferieren. Philipp Habsburg:  »Als einziger Hersteller setzt KTM in der Moto3 Stahlrohrrahmen ein. Wir verfügen über viel Erfahrung mit diesem Werkstoff, Offroad wie auf der Straße. So war es uns möglich, zuerst ein sehr gutes Chassis aus Stahl für die Moto3 zu bauen. Die Erfahrungen, die wir dort gewonnen haben, waren wiederum beim Bau des RC-Chassis nützlich. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Chassis von Racer und Straßenbike; diese sind nicht 100% identisch. Aber es gibt Gemeinsamkeiten und Konstruktionsprinzipien, die von Bedeutung sind.«

Die Nähe zur Moto3 wurde auch für jedermann deutlich sichtbar, als Red Bull KTM-Pilot Luis Salom, der vor dem WM-Finale am kommenden Wochenende in Valencia noch einen Abstecher nach Mailand einlegte, um hier ganz offiziell als Erster das verschleiernde Tuch von einer RC-Maschine (einer 390er) zu ziehen. Zwei Punkte Vorsprung hat Salom auf KTM-Markengefährten Maverick Viñales vor dem großen Showdown, auch Alex Rins (5 Punkte zurück) hat als dritter KTM-Pilot noch alle Chancen auf die WM-Krone.

 

Ein weiteres Puzzlestück im dicht gesponnenen Racing-Umfeld ist, dass die RC390 wiederum ab nächster Saison im ADAC Junior Cup powered by KTM in Deutschland als einheitliches Renngerät zum Einsatz kommen wird. Die für den Racetrack präparierte Cup-Maschine wurde bereits beim Deutschland GP am Sachsenring im Sommer der Öffentlichkeit vorab präsentiert.

 

Ein bemerkenswertes Feature ist die Sitzbank, die aus speziellem Material gefertigt ist. Philipp Habsburg: »Die Idee entstand sehr früh im Prototypenstadium. Wir hatten zwar eine Sitzbanklösung, waren aber mit der Optik nicht zufrieden. Mehrere Variationen brachten uns nicht weiter. Denn je besser es aussah, desto unbequemer wurde es gleichzeitig. Natürlich wissen wir, dass Youngster auch mal ihre Freundin oder einen Freund mitnehmen wollen. Cooler Look ist schön und gut, aber praktisch funktionieren sollte es auch. Also bemühten wir uns weiter und kamen schließlich auf die Lösung, Sitzbank und Heckabschluß einteilig aus speziellem, formstabilen Schaumstoff zu fertigen. In Kanada haben wir schließlich einen Zulieferer gefunden, der in der Lage ist, so etwas für uns herzustellen. Jetzt haben wir eine perfekte Lösung aus Racing-Optik und Beifahrer-Komfort.«

 

»Diese Sitzbank ist keine kostengünstige Lösung«, fügt Habsburg hinzu. »Aber es ist ein pfiffiger und praxisgerechter Ansatz, der zur Attraktivität der Maschine beiträgt. Scheinwerfer und Tagfahrlicht sind in diesen Hubraum-Kategorien ebenfalls etwas Besonderes. Auch das ABS ist eine großartige Sache. Sowohl im Alltagsbetrieb für jüngere Fahrer, die sich Fahrpraxis und Routine erst noch aneignen müssen, als auch zur Beruhigung für die Eltern, denen Antiblockiersysteme natürlich ein Anliegen sind, weil damit auch die bestmögliche Sicherheit gewährleistet ist.«

 

Die Preiskalkulation ist noch nicht abgeschlossen, zudem fallen die Steueranteile in bestimmten Ländern unterschiedlich aus. Zu erwarten ist jedoch, dass die 125er RC um etwa 4.500 Euro kosten wird, der Preis der RC390 wird voraussichtlich unter 6.000 Euro liegen. RC125 und RC200 werden im Frühjahr 2014 bei den Händlern zur Verfügung stehen, die 390er folgt etwas später zum Sommer.

Mit der Vorstellung der kleinvolumigen RC-Modelle komplettiert KTM seine Baureihen: Sportliche Bikes, Naked Bikes, Reise-Enduros plus die Offroad-Palette ergeben von 50 bis 1300 Kubikzentimeter eine beachtliche Bandbreite. Habsburg: »Unser Line-Up präsentiert sich damit kompletter denn je. Und die Lücken, die jetzt noch bleiben, planen wir nächstes Jahr zu schließen.«

 

Ein Ende der Neuerungen bei KTM ist also nicht abzusehen. Die Gegenwart sieht schon sehr gut aus und die Zukunft erst recht. Schöne Aussichten….