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Neue 1190 Adventures: Warum, wieso, weshalb

KTM 1190 Adventure R

Auf der Intermot in Köln präsentierte KTM die neue Adventure-Generation. Mit viel Leistung (150 PS) und wenig Gewicht (230 kg vollgetankt). Mit gefälliger Optik und LED-Tagfahrlicht. Mit großem 23 Liter-Tank. Mit allen Ergonomie-Möglichkeiten: Sitzbank, Lenker, Fußrasten und Windschild sind einstellbar. Mit hoch entwickeltem ABS, das mit einem Offroad-Modus aufwartet (und dann ein Blockieren des Hinterrads zulässt). Mit Traktionskontrolle und vier Modi für Rain, Street, Sport und Offroad. Die straßentauglich orientierte KTM 1190 Adventure gibt es optional dazu mit elektronischem Fahrwerk, das vier verschiedene Federvorspannungen und drei korrespondierende Dämpferabstimmungen per Knopfdruck ermöglicht. Die kerniger ausgelegte 1190 Adventure R soll mit großen Raddimensionen (21/18 statt 19/17 Zoll) eher offroad-orientierte Fahrer zufrieden stellen.

Die KTM-Leute auf der Messe waren stolz auf die neuen Kreationen, und auch aufgeregt; kein Wunder, wenn man weiß, mit welchem Enthusiasmus es die Orangierten in den Sattel und hinter den Lenker zieht. Nicht alle Mitarbeiter in Mattighofen sind Test- und Entwicklungsfahrer, aber alle wollen voller Begeisterung aufsteigen, fahren und selbst Gas geben – je eher und je mehr, desto besser.

Noch ist aber etwas Geduld angesagt. Die Produktion der fahraktiven Travel-Bikes läuft zum Jahreswechsel an, zu den Händlern kommen die neuen Maschinen im Februar 2013. Optimierter 1190er Triebwerk, neues Gitterrohr-Chassis und fortschrittliche Elektronik-Assistenzsysteme machen schon jetzt mächtig Appetit. Etliche Infos zirkulieren bereits im Internet, natürlich auch auf der KTM-Homepage. Um weitere Hintergrundfragen zu klären, haben wir eine Gespräch mit Herbert Fessl, dem Adventure-Projektleiter, und Thomas Kuttruf, dem KTM-Pressemanager, geführt.

Wird die neue KTM 1190 Generation den Interessenten die Schuhe ausziehen? Oder zumindest für Verblüffung sorgen?

Thomas: Wir sind guter Dinge. KTM hat mit der Adventure-Reihe, deren Fanbasis riesig ist, über Jahre Erfahrungen gesammelt. Jetzt geht es einen Schritt weiter. Wir haben uns angestrengt, die Adventure weiter zu verbessern. Der KTM-Charakter ist weiter an Bord, dazu wurden Allround- und vor allem die Straßentauglichkeit auf einen neuen Level gehoben. Mit der 1190 Adventure kann jeder, der einen Führerschein hat, glücklich werden. Dieses Bike fährt großartig, absolut begeisternd. Es ist quasi die Lizenz zum Fahrspaß. Qualitativ sind wir ohnehin führend, und was die Ausstattung betrifft – mit Offroad-Modi für ABS und Traktionskontrolle – haben wir nun die Nase vorne.

Herbert: Die neue 1190 Adventure Generation ist schön leicht, dazu angenehm stark und ermöglicht enorm unbeschwerten Fahrspaß. Wer einen charakterstarken und sportlichen Allrounder fahren möchte, der alle Wünsche erfüllt, braucht nicht weiter suchen.

KTM 1190 Adventure

Welche Hintergründe könnt Ihr zur Entwicklung erzählen?

Herbert: Der größte Schritt ist beim Fahrwerk gelungen. Es ist herrlich ausgewogen, die Balance großartig. Zielsetzung war, ein leichtes und agiles Bike schaffen, das auch punkto Fahrstabilität überzeugt. Erst diese Kombination sorgt für jenes Wohlgefühl, das jeder mit Fahrspaß assoziiert.

Die Motorbasis entstammt der 1190 RC8, neu sind die Zylinderköpfe und damit die ganze Charakteristik. Die Kraftentfaltung ist zweizylindertypisch lässig, aber mit sportlichem Touch.

Die Sitzergonomie ist entspannt, wie es einem Tourenbike geziemt, lässt aber auch sportlich aktive Gangart zu. Davon abgesehen lassen sich Sitzhöhe, Lenker, Fußrasten und Windschild individuell einstellen. Elektronik kommt zum Einsatz, wo es Sinn macht, weiter hilft und dem Fahrer ein gutes Feeling vermittelt.

Die größte Herausforderung lag auf der Chassis-Entwicklung sowie der Entwicklung von ABS und mehrstufigem Traction Control, für Einsätze auf Asphalt als auch für Offroad-Einsätze. Beim Offroad-Motormapping funktioniert vorne ein speziell abgestimmtes ABS, während hinten die ebenfalls speziell konfigurierte Traction-Control aktiv wird. Das optionale elektronisch einstellbare Fahrwerk ist eine feine Sache; man gewöhnt sich sehr schnell daran und möcht es dann kaum mehr missen.

Thomas: KTM weiß sehr genau, wie ein gutes Straßenmotorrad funktionieren muss. Wir wissen auch, dass die Persönlichkeiten von entscheidender Bedeutung sind. Leute, die mit Herzblut bei der Sache sind und das richtige Feeling für Entscheidungen haben, was einem Bike mit auf den Weg gegeben wird. Bei unseren Adventure-Bikes sind dies neben beeindruckender Performance vor allem beste Fahrbarkeit, optimale Bedienungsfreundlichkeit, tolle Allround-Fähigkeiten und perfekte Ergonomie.

Bei KTM wird großer Wert darauf gelegt, dass sich der Fahrer auf Anhieb wohl fühlt. Im Travel-Enduro-Segment sind die Ansprüche hoch, alles muss state-of-the-art sein. Die Perfektion des Gesamtpakets ist der größte Unterschied zur bisherigen Adventure. Wir haben jetzt Fahrhilfen an Bord, die dem Fahrer real etwas bringen. Elektronik allein als Marketing-Gimmick kommt für uns nicht in Frage. Traktionskontrolle oder diverse Motor-Mappings müssen sinnvoll sein und dazu beitragen, die Kontrolle und das Feeling für den Fahrer zu verbessern. Deshalb haben wir jetzt nicht nur ABS und Traktionkontrolle für Asphaltbetrieb, sondern als Weltneuheit auch ABS und Traktionskontrolle für Offroad-Einsatz.

Durfte der Presse-Yogi die neuen Modell schon ausprobieren?

Thomas: Klar! Einen Prototyp der R-Version, allerdings noch ohne elektronische Fahrhilfen. Das war recht unterhaltsam. 150 PS, tonnenweise Drehmoment und dazu besonders grobstollige Reifen. Ich hatte eine Menge Spaß damit, der Unterschied zum 990er ADV-Modell war bereits gut spürbar. Inzwischen durfte ich auch mit der fertig entwickelten Standardversion ausreiten. Das Potenzial zur Begeisterung ist eklatant. Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß jemand diese Maschine nach einer Probefahrt nicht sein Eigen nennen will. Die neue 1190 Adventure ist angenehm leicht zu fahren, sehr lebendig, enorm vielseitig, die Elektronik-Fahrhilfen sind ein praxisgerechter und beruhigender Bonus.

Was finden Kunden an großvolumigen, auch tourentauglichen Bikes so attraktiv?

Thomas: Es sieht so aus, als ob die Kunden sich ein qualitativ hochwertiges Motorrad für ihr Freizeitvergnügen wünschen, das auch praktische Anforderungen im Alltag zuverlässig erfüllt. Viele fahren leidenschaftlich gerne Motorrad und gehen auch gerne gemeinsam mit Freunden auf Tour.

Für lange Strecken gibt es meist zwei Möglichkeiten: Ein voll ausgestattetetes Tourenbike, dessen Gewicht rasch übertrieben ausfällt. Oder eine Reise-Enduro, die trotz stattlicher Figur wendig genug ist, um Fahrspaß und ein vernünftiges Maß an Komfort zu ermöglichen. Letzteres haben wir angestrebt. Dieses spezielle Segment ist zuletzt stark gewachsen. Ich denke, wir bieten mit den neuen 1190 Adventures erfolgversprechende Eisen, die sich begeisternd schön fahren lassen und genau das erfüllen, was viele sich heutzutage wünschen.