David Knight – Vor 10 Jahren …

2005, vor zehn Jahren, siegte David Knight bei den International Six Days Enduro in der Slowakei. Dieses Jahr kehrt der dreifache Enduro-Weltmeister an den Ort seines Triumphes zurück, um für das Team Großbritannien bei der 90. Ausgabe der ISDE in Košice anzutreten …

Was ist deine schönste Erinnerung, wenn du an die ISDE 2005 zurückdenkst?
„Wenn ich zehn Jahre zurückschaue, dann erinnere ich mich eigentlich nur, dass es ein sehr angenehmes Rennen war. Mit Stefan Merriman hatte ich an den ersten Tagen einen netten Zweikampf; irgendwann war dann aber die Spannung raus. Es war sozusagen ein einfacher Sieg. Ich weiß noch genau, dass die Bedingungen am fünften Tag besonders schlammig waren, es hat gegossen wie aus Eimern, weshalb die Strecke ziemlich rutschig war. Es gab ein paar Abschnitte auf Gras mit sehr viel Schlamm. Die Motocross-Sektion hatte sich bereits in einen riesigen Schlammsee mit tiefen Spurrillen verwandelt. Solche Bedingungen liegen mir. Dieses Jahr fahren wir in Košice, einem anderen Ort in der Slowakei als 2005. Es ist ein besonderer Ort für mich; dort habe ich 2006 meine zweite Weltmeisterschaft gewonnen. Ich verbinde also ein paar nette Erinnerungen mit der Slowakei und dieser Stadt; deshalb freue ich mich besonders darauf, dort zu fahren und das Beste für mein Team zu geben.“

David Knight ISDE Slowakei 2005 © Dario Agrati

David Knight ISDE Slowakei 2005 © Dario Agrati

Wie bewertest du deinen ISDE-Sieg von 2005 im Vergleich zu deinen anderen Rennsporterfolgen?
„Wenn ich den Gesamtsieg bei den Six Days 2005 mit meinen anderen Karrierehighlights vergleiche, dann würde ich sagen, dass es der größte Erfolg war. Für mich, der von der Isle of Man kommt, sind die Six Days ein großes Klassikevent. Es ist die Isle of Man TT des Offroad-Sports. Die Six Days 2005 fanden etwa zwei Monate nach dem Tod meines Vaters statt, was die Erinnerung daran für mich nochmal etwas wichtiger macht. Ich kam dorthin und wollte dieses prestigeträchtige Event unbedingt gewinnen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum der Sieg bei den Six Days der größte Moment meiner Karriere ist. Nicht, dass man mich falsch versteht – alle anderen Weltmeisterschaften, die ich gewonnen habe, waren ebenso großartige Erfolge und Momente, aber die Six Days waren etwas ganz besonderes. Nicht viele Leute gewinnen so ein Rennen.“

David Knight Overall Gold Medal Winner 2005 © Luke Brackenbury

David Knight Overall Gold Medal Winner 2005 © Luke Brackenbury

Vor Kurzem bist du in die Enduro-Weltmeisterschaft zurückgekehrt, auch um etwas Rennpraxis vor den Six Days zu sammeln. Wie hast du den Belgien-GP erlebt?
„Ich glaube, der GP lief ziemlich ordentlich. Ich habe mein Bestes gegeben und hatte Spaß. Ich wusste, dass ich wegen dem Virus, mit dem ich den Winter über zu kämpfen hatte, nicht wirklich fit war. Es wird noch eine Zeit lang dauern, bis ich wieder bei 100% bin. Einer der Hauptgründe, weshalb ich nach Belgien gekommen bin, war, weil ich sehen wollte, wo ich im Vergleich zu anderen Fahrern stehe. Das zweitägige Rennen war eine Art Fitnesstest in Vorbereitung auf die Britische Meisterschaft und die Six Days.“

David Knight EWC Belgien 2015 © Future7Media

David Knight EWC Belgien 2015 © Future7Media

Du hattest in den letzten Monaten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Wird das deine Teilnahme an den ISDE beeinflussen?
„Im Winter hatte ich einen Virus und in der Folgezeit verschiedene Probleme. Es kann acht Monate oder sogar ein ganzes Jahr dauern, um sich zu 100% zu erholen; meine Arme fühlen sich also immer noch sehr schwach an. Wenn ich fahre, bin ich schnell erschöpft. Es ist nicht die normale Müdigkeit, die Muskeln werden schwach, wenn ich fahre. Das war in den letzten paar Monaten ein großes Problem und ich muss sehr vorsichtig sein.“

Irgendwelche großen Pläne bei deiner Rückkehr zu den International Six Days Enduro in der Slowakei … 10 Jahre danach?
„Ich weiß nicht. Vielleicht fahre ich mit dem gleichen Motorrad wie 2005; das habe ich immer noch. Es ist wirklich genau das gleiche Motorrad, mit dem ich 2005 gewonnen habe. Eine KTM 525 EXC und für mich ist es nach wie vor das beste Motorrad und es fährt immer noch schnell. Mein Sieg ist genau zehn Jahre her, deshalb möchte ich dort unbedingt fahren. Für das britische Team starten zu können, macht mich glücklich. Ich möchte das Rennen genießen, mein Bestes geben und Spaß haben.“

David Knight 2015 © Luke Brackenbury

David Knight 2015 © Luke Brackenbury

Was können wir in diesem Jahr von den ISDE erwarten?
„In diesem Jahr kann ich wirklich keine Prognose abgeben. Es starten einige Topfahrer aus der Enduro-Weltmeisterschaft. Wenn es nass ist, dann weiß ich, dass ich um ein gutes Ergebnis fahren kann. Auch im Trockenen, wenn die Bedingungen so sind wie in Belgien. Ich bin mir sicher, dass ich gut abschneiden kann. Aber auch bei den ISDE gilt: erstmal musst du ins Ziel kommen, um überhaupt ein Ergebnis zu haben. Um ehrlich zu sein, würde ich in meiner Klasse gerne aufs Podium fahren. Das wäre auch für das Team etwas besonderes. Wenn nicht, dann möchte ich mich soweit vorne platzieren wie möglich, Top 5 oder 6; zwischen den Topfahrern. Ich weiß, dass ich noch eine Menge Arbeit vor mir habe, hauptsächlich vor und natürlich während des Rennens. Mein Plan ist, dass ich nächstes Jahr wieder zu 100% fit bin, dabei hilft sicherlich jedes positive Ergebnis bei den ISDE …“

Weitere Informationen unter www.fim-isde2015.com.

Fotos: Dario Agrati | Future7Media | Luke Brackenbury