Der Start von RIDE KTM, von denen die es erschaffen haben

Vor drei Jahrzehnten kam ein legendärer KTM-Athlet auf die Idee, Kunden einen ultimativen Einblick darin zu geben, was es bedeuted, in Orange zu fahren. Bis heute ist „RIDE KTM“ ein beliebtes Programm, das unvergessliche Motorrad-Erlebnisse bietet. Hier erfährst du, wie es dazu gekommen ist.

Von Adam Wheeler.

Die Idee von RIDE KTM war, Motorradenthusiasten ein unvergessliches Erlebnis auf einem top Bike zu ermöglichen und so die Bindung zur Marke zu stärken
PC: KTM

Wenn man sich auf KTM.com umsieht, begegnen einem manchmal unerwartete Überraschungen. Die Webseite ist nicht nur eine zentrale Anlaufstelle für die neuesten Modelle und Motorsport-Updates sowie für Details zu Einrichtungen wie der KTM Motohall, sondern vermittelt auch ein Gesamtbild von Europas größtem Motorradhersteller. Einer der Links unter „KTM World“ trägt den Titel „RIDE KTM“. Mit einem kleinen Klick darauf eröffnet sich eine ungeahnte Fülle von Möglichkeiten.

Abenteuerausflüge, Hard-Enduro-Touren, Trainings auf Asphaltstrecken, Offroad-Camps, kalifornische Motocross-Schulen und mehr: RIDE KTM ist ein globales Programm, das KTM-Fans und Neulingen zeigen soll, was es heißt, auf Orange zu setzen. Bei einigen Projekten werden Leih-Bikes und die neuesten Modelle zur Verfügung gestellt, bei anderen können Orange Bleeder ihre eigenen Maschinen mitbringen und vor Ort ihr Können auf die Probe stellen, ihre Lust auf das Unbekannte befriedigen oder einfach nur die Grenzen des Machbaren auf zwei Rädern ausloten.

Einmalige Landschaften und geniale Aussichten komplettieren den Fahrspaß
PC: KTM

Die Aktivitäten im Rahmen von RIDE KTM sind ein weiterer Grund, warum dieses Unternehmen so anders ist als andere Marken. Es wurde aus den Wurzeln und dem ureigenen Ethos des Unternehmens geboren, bei dem Rennen, harte Fahrten und (Fahr-)Spaß im Vordergrund stehen. Diese Markenwerte bilden bis heute den Kern von KTM. Es überrascht nicht, dass die treibende Kraft am Gasgriff die Familie Kinigadner selbst war.

„Als Stefan Pierer Anfang der 90er Jahre die Leitung von KTM übernahm, sagte ich ihm, wir müssen etwas tun oder irgendwohin gehen, wo wir unsere Bikes nutzen und zeigen können, was in ihnen steckt… sonst verkaufen wir nächstes Jahr nicht mehr so viele. Das war die ursprüngliche Idee“, erzählt uns der ehemalige Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner.

Kein Offroad-Abenteuer ohne Ersatzteile
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„Damals wurde es vor allem in Deutschland und Österreich immer schwieriger, Enduro und Offroad zu fahren“, fügt sein jüngerer Bruder Klaus hinzu. „Also sagten wir: Wir müssen Orte finden, an denen wir diese Bikes legal fahren können. Außerdem hätten wir so die Möglichkeit, das Produkt in Aktion zu vermarkten. Wenn eine Tour einen Kunden nicht von einer KTM überzeugen kann, dann kann es sonst auch nichts.“

Die Kinigadners ließen sich von ihren eigenen Inselabenteuern im Sonnenschein inspirieren. „1988 sind wir zum ersten Mal mit einigen 200ern auf Ibiza gefahren, aber nicht mit Rennbikes“, erinnert sich Heinz. „Mein Bruder und ich haben sie von einem Freund geliehen, aber der war nicht sehr glücklich darüber, weil wir sie zu Schrott gefahren haben! Von da an bekamen wir die ersten KTMs.“

Am meisten Veränderung gab es beim Level der Fahrer, von hauptsächlich Fortgeschrittenen zu Fahrern jedes Schwierigkeitsgrades
PC: KTM

„Zuerst waren es nur ein paar Hard-Enduro-Tage zum Spaß und eigentlich eine Story für ein österreichisches Magazin“, erklärt Klaus. „Wir dachten damals: Das könnte etwas für die Zukunft sein. Die erste Tour fand 1991 statt. Danach haben wir das ein paar Mal im Jahr auf der Insel wiederholt, weil Heinz immer noch Rallyfahrer war und ich Supermoto gefahren bin. Er hat dann 2000 aufgehört und ich 2004. Ab da wurde RIDE KTM ernster.“

Ein weiteres ehemaliges Ass, Christoph Attiger, hat das Projekt ebenfalls mit seinen persönlichen Erfahrungen ergänzt. „Die Motivation dahinter war, den Menschen das Potenzial der Motorräder und auch ihre Grenzen aufzuzeigen, und diese Philosophie hat sich in dreißig Jahren nicht geändert“, sagt er. „Wir wollten, dass die Fahrer abends glücklich und müde ins Bett fallen!“

RIDE KTM bedeutet auch Teamwork
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Der Umfang von RIDE KTM begann sich zu verändern und zu wachsen. „Ich bin Rally gefahren und [RIDE KTM] schien mir einfach eine Möglichkeit zu sein, auch außerhalb einer offiziellen Organisation oder eines Wettbewerbs mit ‚eingeladenen Freunden‘ zu fahren und die Welt auf dem Motorrad zu erkunden“, beschreibt Heinz. „Das war auch Teil der Idee. Vor vielen Jahren organisierten wir eine Reise nach Tunesien, die wir ‚Oasis Rally‘ nannten und die es bis heute gibt, mit dem gleichen Datum Anfang März, zu Beginn der mitteleuropäischen Fahrsaison. Und sie wächst immer noch. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass wir für 2024 voll ausgebucht sein werden.“

Als KTM expandierte, blühte das Produktportfolio auf. Die Technologie verbesserte sich und damit auch das Potenzial von RIDE KTM. „Es war eine absolute Pionierleistung“, fügt Heinz hinzu. „Ich habe mich immer bemüht, dass einige KTM Factory Rider bei unseren Reisen dabei sind, um der Sache mehr Gewicht zu verleihen oder um Ratschläge zu geben. Das Ziel war immer, noch mehr Spaß zu haben, und zwar gemeinsam. Das war die Grundlage für alles.“

RIDE KTM ist nicht länger Experten oder Profis vorbehalten, die einen Ausflug mit Freunden machen wollen. „Ich würde sagen, dass sich das Durchschnittsalter nicht allzu sehr verändert hat. Es liegt weiter bei 35 bis 55 Jahren. Aber im Vergleich zu den Anfängen glaube ich, dass das Niveau heute universeller ist“, bemerkt Klaus. „Als wir noch Rennen fuhren, waren die Kunden wahrscheinlich schon erfahrener. Jetzt ist dieses Event offen für Fahrer aller Niveaus, von Anfängern bis zu Fortgeschrittenen, und jedes Jahr versuchen wir, etwas Neues anzubieten. Möglichkeiten für neue Regionen oder Länder. Unsere Philosophie hinter der Erfahrung hat sich im Laufe der Jahre verändert. Wir wollen, dass jeder etwas von jeder Reise hat, und nicht nur die Hardcore-Abenteurer.“

„Die Bikes gibt es in unterschiedlichen Abstufungen, daher ist auch das Niveau der Touren sehr breit gefächert. Es gibt inzwischen mehr Anfänger und auch insgesamt mehr Leute, die diese Erfahrung machen wollen“, meint Christoph Attiger. „Das bedeutet letztendlich mehr Touren! Und das ist eine gute Sache. Es geht nicht nur um die Profis oder Hardcore-Fahrer.“

„Am Anfang war ich wie ein Hirte“, lächelt Heinz. „Beispielsweise wenn ein Fahrer kippte und das Motorrad stehen blieb. Vor allem bei den alten 4-Taktern ohne Elektrostarter war es sehr schwer, sie wieder zu starten. Ich fühlte mich sehr verantwortlich für die Jungs, unsere Kunden. Tatsächlich habe ich Stefan [Pierer] ein paar gute Tipps gegeben, als er in einem Jahr mit auf Ibiza war. Heute sind die Motorräder fantastisch: Die 450er und 300er fahren inzwischen so viel besser. Das ist eigentlich nicht mehr vergleichbar.“

Klaus ist umfassend an den Tour- und Abenteuersegmenten von RIDE KTM beteiligt, sowohl was Updates und Ressourcen betrifft, als auch die Logistik. „Ich würde sagen, dass ich 20–22 Wochen im Jahr auf Reisen bin“, verrät er. „Wir bieten 25 verschiedene Touren an, die von einer Woche bis zu kürzeren Touren von drei Tagen reichen.

„Die Leute wollen die beste Ausstattung am Markt benutzen und ausprobieren, also versuchen wir, ihnen das Beste zur Verfügung zu stellen und alles perfekt vorzubereiten, wie Mousse-Reifen, größere Kraftstofftanks usw. Die Bikes haben sich natürlich weiterentwickelt. Wir mussten noch nie eine Tour wegen eines Zuverlässigkeitsproblems oder Schäden abbrechen.“

Auch Christoph Attiger erfüllte seine Führungsrolle bei RIDE KTM mit großer Leidenschaft. „Bei Hard-Enduro-Touren arbeiten zu dürfen, ist ein ganz besonderes Gefühl. Es war ein Traum, sagen zu können: ‚Das ist mein Job.‘ Es hat mir Spaß gemacht, Leute auf dem Bike glücklich zu machen.“

„Es ist die Mischung aus großen Abenteuern, Landschaften, Menschen und Kultur“ – Christoph Attiger über Marokko
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Eine Motorradtour bzw. eine Erfahrung wie diese hat immer auch etwas Mystisches an sich, das das Herz eines jeden Fahrers erobert, der ein Motorrad an einen neuen, schönen Ort außerhalb seiner Komfortzone gelenkt hat – und das alles mit guter Ausstattung und in guter Gesellschaft. Die Gründer von RIDE KTM wissen um die starken Emotionen, die schon beim Gedanken an solch einen Ausflug geweckt werden. Aber sie haben trotzdem ihre ganz eigenen Vorlieben!

„Marokko oder die Classic-Touren werden immer gern gebucht“, sagt Christoph. „Das beste Reiseziel ist für mich immer noch Marokko“, kommentiert Klaus. „Es ist die Mischung aus großen Abenteuern, Landschaften, Menschen und Kultur. Wir waren schon an vielen Orten, von der Mongolei über Indien bis Dubai, aber ich kehre immer wieder gern nach Marokko zurück.“

Eine RIDE KTM Tour ist dann erfolgreich, wenn man abends vor lauter Erschöpfung glücklich ins Bett fällt
PC: KTM

„Ich mag Touren auf Ibiza, die Insel bietet alles, was man für Spaß braucht“, so Kini Senior. „Für Abenteuer ist Marokko gut, aber mein Favorit ist Tunesien, weil da alles leichter zu kontrollieren ist und es einfacher ist, Leute wiederzufinden, wenn sie sich verirren!“

Wenn auch du Lust hast, dich 2024 ins Abenteuer zu verirren, findest du HIER weitere Informationen zu RIDE KTM.