#inthisyear1994: Produktionsstart DUKE-Serie … Just DUKE it!

Statistisch gesehen verbringen Sie 22,37 Jahre Ihres Lebens im Bett. Weitere 16,63 Jahre gehen Sie arbeiten und 4,29 Jahre sind Sie krank … Bleiben ungefähr 5,2 Jahre zum DUKE fahren. Alles in allem keine schlechten Aussichten. Just DUKE it! So ungewöhnlich die Werbung für ein Motorrad vor 20 Jahren, so ungewöhnlich auch das Motorrad.

KTM DUKE – Just DUKE it! KTM DUKE – Just DUKE it!
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KTM DUKE – Just DUKE it!

1992 war KTM nach dem Konkurs der KTM Motor-Fahrzeugbau AG unter neuer Führung durchgestartet. Die Entwicklungsabteilung arbeitete mit Hochdruck an neuen Konzepten für die Zukunft. Eines dieser Projekte sollte ein Spaßbike für die Straße werden, angetrieben vom hochmodernen wassergekühlten LC4-Single aus der Wettbewerbs-Enduro. Das Fahrzeug – Projektname war damals „Terminator“ – sollte auf 17-Zoll-Reifen rollen, für die Verzögerung sorgte eine 300 Millimeter große Bremsscheibe im Vorderrad und hochwertige WP-Elemente versprachen einen Kurvenräuber per excellence.

1992_Terminator

Terminator 1992

Noch zwei Wochen vor der Präsentation fehlte ein markanter Name für das bisher namenlose Ausstellungsbike, erinnert sich Wolfgang Felber, damals Projektleiter, dessen persönlicher Favorit „Quasar“ war. Auf der Vorschlagsliste stand auch „DUKE“ als Erinnerung an Geoff Duke, den sechsfachen Weltmeister, der in den frühen 50er Jahren auf den legendären Norton-Einzylindermaschinen fast unschlagbar war. Auf dem Weg in die Chefetage traf Wolfgang Felber im Treppenhaus auf Kalman Cseh, damals zuständig für solche Dinge, und zeigte ihm die Liste – Cseh gefiel auf Anhieb „DUKE“, wobei er da weniger an den britischen Rennfahrer, als an „DUKE“ im Sinne von „Herzog“ dachte. Auf den fetzigen Aufklebern, die der Grafiker entworfen hatte, war dann „The DUKE“ zu lesen – auch nicht schlecht, war doch „The DUKE“ der Spitzname des englischen Multi-Weltmeisters.

Ein großer Teil der Komponenten des einzylindrigen Spaßmobils stammte von der LC4. Die Abstammung von der Hard Enduro war dennoch kaum erkennbar. Eine markante Frontverkleidung mit Elipsoid-Doppelscheinwerfer und eine Lackierung in orangemetallic machte die DUKE zu einer unverwechselbaren Erscheinung, für die Gerald Kiska verantwortlich war. Kiska, der als junger österreichischer Designer eine KTM Ausschreibung gewonnen hatte, verleiht seither jeder neuen KTM ihr Gesicht.

Vor genau 20 Jahren begann die Serienfertigung der DUKE. Der Hubraum des LC4-Motors war auf 609 ccm gebracht worden, mit nun 50 PS war die 620 DUKE der kräftigste Single auf dem Markt. Vom Feinsten waren die Zutaten für das DUKE-Fahrwerk. Die Upside-Down-Gabel und das WP-Federbein mit progressiver Umlenkung boten zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Für die Verzögerung sorgte eine Vierkolben-Festsattelbremse von Brembo in Verbindung mit der 320 mm großen Bremsscheibe. Die fahrfertig nur 143 kg wiegende DUKE rollte auf 120/70-17 und 160/60-17 großen Reifen – übrigens auch heute noch die Standardbereifung der meisten Supermotos und der aktuellen DUKE.

KTM 620 DUKE First Edition 1994 KTM 620 DUKE First Edition 1994 KTM 620 DUKE First Edition 1994 KTM 620 DUKE First Edition 1994 KTM 620 DUKE First Edition 1994 KTM 620 DUKE First Edition 1994
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KTM 620 DUKE First Edition 1994

Anfangs gab es die DUKE sogar mit dem kleineren 400er LC4-Motor. Von der sogenannten „First Edition“ wurden insgesamt 500 Stück gebaut, davon waren 50 Vierhunderter. Die Exklusivität kaufte man also gleich mit.

Ab 1996 durften sich die DUKE-Besitzer über einen E-Starter freuen, 1997 reduzierten ein Sekundärluftsystem und ein ungeregelter Kat die Schadstoffe. 1998 bekam die „Last Edition“ den neuen 640er Motor, der später auch die DUKE 2 befeuern sollte. Bis zum Modellwechsel auf die DUKE 2 liefen in Mattighofen insgesamt etwa 4000 DUKEs von den Produktionsbändern.

Pro Modelljahr gab es die DUKE übrigens immer nur in einer Farbe: 1994 orange, 1995 schwarz, 1996 gelb, 1997 schwarz und 1998 orange.

Die erste DUKE war ein wichtiges Kapitel in der KTM Geschichte: ein faszinierendes Motorrad, kompromisslos auf Fahrspaß getrimmt. Seit 2012 gibt es die DUKE 4. So wie die aktuelle 690 DUKE heute vor uns steht, hat sie viel dazu gewonnen: Laufruhe, Platz für den Sozius, Langstreckentauglichkeit. Aber ganz in der Tradition der „First Edition“ ist die aktuelle DUKE ein Heizeisen für Kenner und Könner geblieben, federleicht, pfeilschnell und erstaunlich alltagstauglich. Und damit hat das Urteil des US-Blatts „Cycle World“ von einst auch heute noch Geltung: „Die DUKE ist der König der Straßen-Singles.“

KTM 690 DUKE 2015

KTM 690 DUKE 2015

Fotos: Leo Keller | www.ktmimages.com