1

Duke 390 Launch, part 2: Tester-Stimmen

Bei der weltweiten Fahrpräsentation der neuen KTM Duke 390 in Salzburg waren am letzten Tag Tester aus Südostasien und Skandinavien anwesend. Wir haben etliche interessante Meinungen eingesammelt.

 

Pigush Sonsale, 25, Bike India, Indien, fährt privat Bajaj Pulsar 200

»Jetzt ist die Package komplett. Ich denke, dass der 390er genau der Motor ist, den dieses Design und dieses Chassis verdient haben. Das ist jetzt eine runde Sache. Was mir zusagt: Bei den kleinen Dukes ist der Sound etwas dünn, die 390er klingt viel schöner. Auch dieser Motor lebt bei Drehzahlen auf. Das Getriebe hat mir gut gefallen. In Indien fließt der Verkehr teilweise nur zäh, deswegen ist meist viel Schaltarbeit angesagt. Die 390 schaltet leichtgängig, auch die Gangstufen fallen genügend breit aus.

Als Straßenmotorrad steht die Duke 390 für mich künftig mit an erster Stelle. Sie ist sportlich, agil, leicht zu händeln, dazu erschwinglich und mit hohem Spaßfaktor. Der Preis bleibt absolut im akzeptablen Bereich, für Indien genau richtig. Denn alles was stärker ist und darüber liegt, wird so teuer, das es fast nicht mehr zu bezahlen ist.«

 

Kartik Ware, 29, TopGear, Indien,  fährt privat 1975er Royal Enfield 250 plus 4 Zweitakt-Bikes

»Die Balance aus Handling und Power war bei den kleineren Dukes gut, aber mit 390 Kubik ist es optimal. Das Bike fühlt sich rundum stimmig an, das passt. Jetzt ist die Duke ein rundes Paket. Natürlich könnten ein paar Dinge auch besser sein. Die Handhebel stehen ein bißchen weit, sind eher für größere Hände gedacht. Dazu hatte ich bei 3.000 bis 5.000 Touren ein ratterndes Geräusch unter dem Tank, was bei anderen Test-Bikes nicht auftrat. Keine große Sache, aber es sollte eigentlich nicht sein.

Wenn ich auf der Suche wäre nach einem ordentlich motorisierten Motorrad, wäre die Duke 390 in der engen Auswahl, sie gefällt mir besser als die 200er. Mehr Leistung, aber kaum mehr Gewicht, das ist absolut sinnvoll. Auch der Preis scheint okay, auch wenn er für uns noch nicht final fixiert ist. Teuer wird es wohl nicht, weil die 390 bei uns gefertigt wird, also fallen diverse Steuern und Zollgebühren ja nicht an.

Wie wichtig ein günstiger Preis bei uns in Indien ist? Nun, manche Leute können sich sogar hubraumstarke dicke Vierzylinder leisten. Aber es gibt auch Bike-Enthusiasten, die ein sportliches Bike wünschen, aber durchaus kostengünstig fixiert sind. Für diese Klientel sollte die Duke 390 prima passen.«

 

Janne Huhtula, 46, MP Maailma, Finnland

»Als wir aus Salzburg herausfuhren und auf die erste kurvige Bergstraße abbogen, kam ich nicht klar. So leichtgewichtig, wie die Duke 390 ist, fand ich zuerst keine Linie, vor allem in schnellen Kurven, die man mit 100 km/h oder 120 km/h durchfährt. Ich kam mir ein bißchen verloren vor. Also vergegenwärtigte ich mir, dass das Bike eigentlich auf einer 125er basiert und dachte an meine Jugendjahre zurück; nach einer Weile ging es dann immerhin schon besser und besser.

Die Duke 390 ist ein extrem leichtes Motorrad. Also sinnierte ich weiter und kam zu dem Schluß, dass das Problem bei mir im Kopf liegt. Der Motor hat 390 Kubik Hubraum, oder genau 375 Kubik. Wenn ich das vergleiche mit anderen Bikes, die ähnlich viel Leistung haben – zum Beispiel mit einer 650er BMW GS, die 48 PS leistet, aber 30 bis 40 Kilo schwerer wiegt, dann sieht das eher nach erwachsenem Motorrad aus.

Ich habe dann aber entschieden, dass auch eine 125er Statur für ein vollwertiges Motorrad taugt. Es waren ja eine Menge Motorradfahrer unterwegs, die uns entgegen kamen, sogar Harleys und große BMW´s und alle haben uns freundlich gegrüsst. Normalerweise grüsst niemand eine 125er. Da wurde mir endgültig klar, dass diese Duke keine 125er ist, sondern ein ausgewachsenes, richtiges Motorrad. Von da ab hatte ich kein Problem mehr, nur noch eine Menge Spaß.

Wenn man sich ein Motorrad kauft, spielt auch eine Rolle, was andere über dich denken. Man will ja dazu gehören. Ob der optische Auftritt der Duke 390 erwachsen genug ist? Ich denke grundsätzlich schon. Zwar muss man erst die Aufschrift 390 sehen, um genau Bescheid zu wissen, aber moderne Motorräder fallen inzwischen ja alle eher klein aus. Während der Fotosessions war dann genug Zeit, die Duke 390 unter die Lupe zu nehmen. Ich muss sagen, das Motorrad sieht gut und erwachsen genug aus, auch im Detail steckt viel Sorgfalt und Liebe.«

 

»Tiger« Ko Chuh Han, 30, Riders Style, Taiwan, fährt privat Suzuki Hayabusa

Die Duke 30 ist gutes Motorrad, klein, leicht und sehr einfach zu beherrschen. Nur der Sound ist mir zu mopedhaft; aber vielleicht fahre ich zu viele großvolumige Maschinen. Für die City ist es sicher super geeignet. In Taiwan sind in den unteren Hubraumklassen eher Scooter gefragt. Duke 125 und 200 werden zwar angeboten, pro Jahr werden aber nur 30 oder 40 Maschinen verkauft, auch weil sie relativ kostspielig sind. Die meistverkaufte KTM bei uns ist die Supermoto R. Ob die Duke 390 bei uns viele Kunden finden wird? Ich glaube schon; Taiwan ist eine relativ kleine Insel. Mittelgroße Bikes, die sich einfach fahren, auch im Stadtverkehr, sind durchweg beliebt.

 

Hyun Yong Yang, Südkorea, Motorbike Magazine, fährt privat BMW F 800 ST

»Die Duke 690 ist ein gutes Bike mit gelungenem Motor und prima Handling. Gefällt mir sehr. Der Markt bei uns teilt sich in Gebrauchsmotorräder, Scooter und großvolumige Sportbikes. KTM holt auf Asphalt derzeit stark auf, offroad sind sie klar die dominierende Marke, hier fährt praktisch jeder KTM.«

 

Zaihan M. Yusof, 42, Singapur, sph – the new paper, (Auflage 500.000 Expl.), Singapur, fährt privat KTM EXC200 und EXC250F 

»Die Berichte, die ich in Singapur für meine Zeitung schreibe, sind meist über große Bikes. Ich persönlich ziehe Motorräder mit weniger Hubraum vor. Ich will gar nicht so schnell fahren, aber die Performance sollte dennoch stimmen. Die Duke 390 fällt schön leicht aus, die Motorpower passt dazu sehr gut.

Bei KTM stimmt schon aufgrund des sportlichen Backgrounds und der Racing-Aktivitäten die Richtung. Die japanischen Marken fertigen viele ihrer Bikes in China, das führt viele zu der Vermutung, das diese, weil sie nicht aus Japan oder Europa kommen, nicht gut sind. Diesbezüglich haben KTM und Bajaj viele schon eines Besseren belehrt, weil diese Zusammenarbeit funktioniert. Für die Duke 390 würde ich meinen Lesern, zumindest für großgewachsene Fahrer, verstellbare Fußrasten empfehlen; aber da gilt es abzuwarten, was an Zubehör angeboten wird, dann ist das kein Problem.

Das Handling ist angenehm agil. Die Duke 390 ist viel kraftvoller als das 200er Modell, das gefällt mir sehr, eben weil ich oft auch mit Big Bikes unterwegs bin. Deswegen: 390 ist eine gelungene Hubraumgröße. Was Look und Design betrifft: Ich habe ein Herz für alles, was jung und fashionable gestylt ist. Damit stehe ich aber nicht allein. Soweit ich weiss, wurden in Singapur bereits Verträge für 30 oder 40 Maschinen vor dem Verkaufsstart unterschrieben, sogar von Leuten, die noch gar keinen Führerschein besitzen. Also ich denke, das Motorrad kommt auch optisch gut an.

Hinzufügen möchte ich, dass das unproblematische und verzeihende Fahrverhalten der Duke 390 mir sehr zusagt. Korrekturen in Kurven, auf der Bremse und bei der Linienwahl, sind immer problemfrei möglich; auch beim Beschleunigen muss ich nicht befürchten, dass das Hinterrad beim Gasaufziehen auskeilt. Das Bike hat Power, aber nicht soviel, dass man sich fürchten muss.

Kleiner Hubraum wird oft ungerechterweise ignoriert. Oft werde ich gefragt, warum ich kein Big-Bike fahren will. Die Duke 390 hat genau die Mehrleistung, die der 200er gefehlt hat, für mich ist sie jetzt perfekt.

 

Jonatan Torres, 32, Mexiko, Motociclismo, fährt privat BMW F 650 GS

Die Duke 390 ist leicht und schnell, die Relation von Gewicht und Motorleistung stimmt absolut. Die Power ist gut spürbar. Für Stadtverkehr ist das Motorrad prima geeignet, man kann mühelos mit dem Verkehr mitfließen, dazu stehen für Ausflüge über Autobahn und Landstraßen alle Optionen offen.

Die Ausstattung ist komplett, mit Scheibenbremsen vorne und hinten, dazu ABS, was für allem für Einsteiger und weniger routinierte Fahrer von Bedeutung ist. In Mexiko sind ABS-Systeme schon wichtig, weil die Straßen oft staubig oder mit Ölflecken verschmutzt sind, dazu ist der Verkehr sehr dicht; man wird oft zu harten Bremsmanövern genötigt.

Preislich ist die Duke bei uns auf bestimmtem Niveau angesiedelt, aber Design, Technik und Ausstattung sind es zweifellos wert – weil das Motorrad einfach wirklich gut ist.