Wayne Banks pit boards 2013 © Ray Archer KTMimages.com

Wayne Banks: Mechaniker von Werksfahrer Jordi Tixier

Wie man sich hocharbeitet zum Traumjob? Wayne Banks, Mechaniker im Red Bull KTM Factory Team, verschafft uns einen Einblick!

Der 28-jährige Australier Wayne Banks arbeitet seit fünf Jahren als Mechaniker im Motocross-GP-Sport. Seit zwei Jahren schwingt er im Red Bull KTM Factory Team den Schraubenschlüssel und ist dort für Jordi Tixier, den MX2-Vizeweltmeister, zuständig. Nach unserem Gespräch mit dem extrem freundlichen Australier ging eins klar hervor: Die Qualitäten und Fähigkeiten, die es für einen Werksmechaniker braucht, sind eindeutig; eine einfache Persönlichkeit, Effizienz, Einsatz und Belastbarkeit. Wir fragten weiter nach wie es dazu kam, dass er jetzt in Mattighofen für das dominanteste Team in der Motocross-WM arbeitet.

„Die Qualitäten und Fähigkeiten, die es für einen Werksmechaniker braucht, sind eindeutig; eine einfache Persönlichkeit, Effizienz, Einsatz und Belastbarkeit.“

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Wayne, wie hast Du es hierhin geschafft?

„Ich arbeitete bereits zwei Jahre in Australien für ein Honda-Team, ein Freund war in Europa bei einem GP-Team beschäftigt. Wir waren also in Kontakt und er erzählte mir von einer freien Stelle. Ich flog daraufhin nach England. Es dauerte dann ein paar Wochen, bevor ich mich orientiert und auch mein Visum bekommen hatte. In der Zwischenzeit war die Stelle anders besetzt worden, es musste wohl sehr zügig gehen. Jedenfalls hat der betreffende Teammanager sich dann umgehört und für mich eingesetzt, um eine andere Stelle zu finden. So bin ich bei Lisa Church und Molson Kawasaki gelandet, die einen Mechaniker suchten. So habe ich also 2009 im Motocross mit Gautier Paulin angefangen. Leider hat das Team nicht lange bestanden.“

Das war vermutlich keine einfache Zeit…?

Es war unglücklich und auch ärgerlich, weil wir ein gutes Team abgaben und eigentlich sehr optimistisch in die Zukunft geblickt hatten. Stephen Sword fand dann bei KTM UK eine Stelle und ich wechselte mit ihm. Ich blieb drei Jahre dort. Zuletzt arbeitete ich für Jake Nicholls an seiner KTM 250 SX-F, bevor ich schließlich beim Werksteam anheuerte.

Wie waren die Anfänge in deinem Job?

„Ich war Mechaniker-Lehrling in einem Motorradshop. Der Service-Manager war früher Rennen gefahren und kannte eine Menge Leute aus der Szene. Dann suchte  jemand einen Rennmechaniker; ich ging einfach hin, bewarb mich und war offensichtlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Also ein ganz normaler Ablauf. Ich habe meinen Beruf gelernt und bin ein Mann der Praxis. Als sich eine Gelegenheit im Rennsport bot, habe ich zugegriffen. Andere studieren vielleicht zuerst und finden dann einen Zugang, es gibt viele Möglichkeiten.“

Dann suchte  jemand einen Rennmechaniker, ich ging einfach hin, bewarb mich und war offensichtlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Zunächst für ein kleineres oder privates Team zu arbeiten, birgt vermutlich auch Vorteile, oder? Um Erfahrung zu sammeln, kreativ zu sein, mal ein paar Dinge auszuprobieren…?

„Da ist etwas dran. Es ist auf jeden Fall sinnvoll und lehrreich. Vielleicht steckt man in allem noch mehr drin und muss sich auch um mehr Dinge kümmern. Bei KTM UK waren wir nur zwei Mechaniker, dazu kam ein externer Motorenspezialist. Ein Factory Team ist personell schon anders aufgestellt. Wir bekommen einen einbaufertigen Motor und komplettieren das Bike. Ähnlich läuft es bei den Fahrwerksteilen. Wenn wir Geistesblitze beisteuern können, tun wir das gerne, manchmal fallen sie auch auf fruchtbaren Boden. Meistens ist das bei Modifikationen der Fall, die uns das Schrauben erleichtern, hier eine zusätzliche Zugangs-Öffnung, eine Halterung, ein Spezialwerkzeug, solche Dinge. Ich denke, dass es diesbezüglich bei allen Werksteams im MX-GP-Sport recht ähnlich zugeht. Motortechnik und die Elektronik sowie die Federungssysteme sind mehr und mehr den Spezialisten vorbehalten, bei allem anderen kommen wir Mechaniker ins Spiel.“

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Spielt auch eine umgängliche Persönlichkeit eine Rolle, wenn man als Mechaniker erfolgreich vorankommen will? Schließlich sollte man auch zum Team passen und muss mit unterschiedlichen Fahrer-Persönlichkeiten zurecht kommen…?

„Auch das, ja. Man sollte mit allen gut auskommen, schließlich verbringt man doch eine Menge Zeit miteinander. Wenn man einmal im GP-Fahrerlager angekommen ist, lässt sich auch eher ein Kontakt zu einem der Werksteams herstellen. Man kann sein Interesse an einem Job äußern, kann dem Teamchef seinen Lebenslauf zukommen lassen, dann und wann mal vorbeischauen. Vielleicht kommt man so bei jemandem auf den Schirm. Wichtig ist vor allem, wie das Motorrad, für das man zuständig ist, präpariert ist. Ein immer gut vorbereitetes Bike ist die beste Visitenkarte. Sich umgänglich zeigen und mit Fahrern gut auszukommen, ist ebenfalls hilfreich. Ich hatte eigentlich Glück: Alle Fahrer, für die ich arbeitete, waren angenehme Typen, für die es leicht fiel, sein Bestes zu geben.“

Ist das Arbeiten als Motocross-Mechaniker im Ansatz bodenständiger als beim Road-Racing, weil dort eher hochgestochene Technik zum Einsatz kommt?

„Schwer zu sagen. Bei den Routinearbeiten eher nicht. Nach Stürzen checkt man grundlegende Sachen wie Wasser- oder Ölundichtigkeiten, Rahmen, Auspuff, Lenker und alles andere, was in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, einen kompletten Schrotthaufen vor die Füße gekippt zu bekommen, ist im Straßensport wohl größer. MX-Bikes können besser einen Knuff wegstecken, allerdings bleiben die Geschwindigkeiten in niedrigeren Bereichen und der Boden ist auch weicher. Wir müssen auch ab und zu ein paar Teile austauschen, aber nicht soviel, wie mancher vermutet.“

Nach Stürzen checkt man grundlegende Sachen wie Wasser- oder Ölundichtigkeiten, Rahmen, Auspuff, Lenker und alles andere, was in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, einen kompletten Schrotthaufen vor die Füße gekippt zu bekommen, ist im Straßensport wohl größer.

Gibt es vorgezeichnete Wege, wie man sich im Rennsport als an Sport und Technik Interessierter zum Werksmechaniker hocharbeiten kann?

„Ja und nein. Die persönlichen Kontakte spielen natürlich eine Rolle. Man muss sich auskennen und gut vernetzt sein, um mitzubekommen, wenn offene Stellen zu besetzen sind. Auf dem Level, auf dem Werksteams operieren, muss man warten können, bis sich eine Gelegenheit ergibt und dann entscheiden, ob es Sinn macht, zuzusagen. Es gibt Teams, bei denen die Mechaniker relativ häufig wechseln. Andere sind wählerischer oder um Kontinuität bemüht und arbeiten lieber mit Mechanikern, die ihr Können und ihre Arbeitsauffassung bereits unter Beweis gestellt haben. Dann kann die Besetzung durchaus über Jahre hinweg konstant bleiben. Ich wollte ursprünglich im MotoGP-Sport arbeiten! Dann ergab sich eine Gelegenheit im Motocross und ich habe sie ergriffen. Darauf ließ sich aufbauen. Heute bin ich froh darüber, weil manchmal hört man merkwürdige Geschichten von MotoGP-Mechanikern; paradiesisch geht es dort auch nicht immer zu. Ich bin happy, wo ich jetzt bin. Das ist mein Traumteam. Wie bei KTM gearbeitet und gewonnen wird, dazu die Leute, von denen man hier umgeben ist – besser kann man es nicht treffen.“

Wie bei KTM gearbeitet und gewonnen wird, dazu die Leute, von denen man hier umgeben ist – besser kann man es nicht treffen.“