MotoGP™-SPEED: „ANGST HABE ICH KEINE … ABER GEDANKEN MACHE ICH MIR SCHON.“

Während sich die MotoGP™-Teams zum zweiten Mal in dieser Saison auf den Red Bull Ring vorbereiten, sprechen wir mit Miguel Oliveira über Höchstgeschwindigkeiten von über 340 km/h.

Tief in den Bergen der Steiermark in Österreich gelegen, ist der Red Bull Ring eine der schnellsten Strecken im Kalender der Königsklasse. Hinter dem Lenker einer MotoGP-Maschine brauchen die Top-Fahrer für die 4,3 km und 10 Kurven einer Runde etwas mehr als eine Minute und 20 Sekunden. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 180 km/h werden 65 Höhenmeter überwunden – eine der Besonderheiten am Red Bull Ring. An der schnellsten Stelle werden die Fahrer mit 311 km/h geblitzt.

Miguel Oliveira, als er 2019 auf dem Red Bull Ring an der KTM-Tribüne vorbei rast.
PC @PhilipPlatzer

Die Rennfans finden sich nicht nur deshalb in Spielberg ein, um den Speed und das Spektakel der MotoGP mitzuerleben, sondern auch wegen der wunderschönen Umgebung. Heuer bleiben die Tribünen leider leer, KTM-Fans können dank des streng limitierten KTM Fan Packages aber trotzdem Teil des Geschehens sein und jenes MotoGP-Feeling spüren, das seit 2016 und dem ersten Rennen auf dieser Strecke aus dem FIM-Kalender nicht mehr wegzudenken ist.

Oliveira kämpfte 2018 auf dem Red Bull Ring um den Sieg in der Moto2, musste sich aber am Ende mit Platz 2 begnügen.
PC @PhilipPlatzer

Ohne die tosende Menge wird es rund um den Red Bull Ring dieses Jahr still bleiben, der Charme des Areals rund um diesen auf den ersten Blick ‚einfachen‘ Kurs macht aber auch auf die Fahrer selbst gehörigen Eindruck. „Es gibt nur wenige Strecken, deren Kulisse sich mit der des Red Bull Rings messen kann. Wir sind von Bergen und Natur umgeben“, so Miguel Oliveira von Red Bull KTM Tech3, ein Fahrer, der 2018 einen Sieg in der Moto2™ nur um 2 Zehntelsekunden verpasst hat und in der MotoGP als bestes Ergebnis einen achten Platz 2019 vorzuweisen hat.

Oliveira beim harten Anbremsen – der portugiesische Rennfahrer erzählt, dass sich Fahrer an die hohen Geschwindigkeiten und das harte Bremsen gewöhnen müssen. PC @PolarityPhoto

„Als wir zum ersten Mal hierherkamen, dachte ich, dass die Strecke sehr einfach war – vielleicht die einfachste, auf der wir seit vielen Jahren gefahren sind. Ich dachte, dass es wohl etwas langweilig werden wird. Tatsächlich ist es aber eine der besten Strecken, die wir haben! Obwohl es viele Geraden, harte Bremszonen und Rechtskurven gibt, hat dieser Kurs auch seine Besonderheiten. Er ist sehr herausfordernd, technisch interessant und auf keinen Fall langweilig. Natürlich steigt der Spaßfaktor mit der Power des Bikes an.“

Oliveira hat schon in der Moto3™ und Moto2 Siegesluft schnuppern können und macht in der Königsklasse rasante Fortschritte, weswegen er 2021 zu Red Bull KTM Factory Racing stoßen wird. Wenn es einen Athleten gibt, der weiß, wie es in der höchsten Klasse des Motorradrennsports zugeht, dann Portugals einziger Vertreter in der MotoGP, der derzeit auf der KTM RC16 in seiner zweiten Saison gegen die ‚großen Jungs‘ antritt.

Oliveira freut sich darauf, 2020 auf dem Red Bull Ring zu fahren, obwohl es ohne die Fans nicht dasselbe sein wird.
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Also fragten wir den 26-Jährigen, wie er mit dem Speed der MotoGP umgeht und was er von der umwerfenden Landschaft rund um den Red Bull Ring hält.

Bevor du in die MotoGP aufgestiegen bist, hast du drei Jahre in der Moto2 verbracht. Gibt dir eine Strecke wie der Red Bull Ring ein Gefühl für die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den beiden Klassen und Motorrädern?
„Es fühlt sich anders an … zwischen der vergangenen und der jetzigen Saison lag aber so viel Zeit, dass ich mich mental bereits auf den Speed des MotoGP-Bikes vorbereiten konnte. Vor dem Rennen 2019 hatte ich ein halbes Jahr Zeit gehabt, um mich an das Bike zu gewöhnen. Mir war schon etwas mulmig zumute, als ich zum ersten Mal auf die Strecke ging. Ich wusste, dass das Motorrad schnell sein würde und ich die Bremspunkte genau treffen musste. Man muss sehr präzise sein. Richtig Angst habe ich keine … aber Gedanken mache ich mir schon.“

Oliveira im Jahr 2019 in den berühmten Kurven des Red Bull Rings.
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Beunruhigt dich der Speed der MotoGP, oder ist das einfach ein Teil des Jobs?
„Beim ersten Mal war ich schon beeindruckt und ich finde es immer noch faszinierend, MotoGP-Bikes vom Streckenrand aus zuzuschauen. Wir fahren so oft und andauernd am Limit, deshalb ist das [Fahren] wohl nicht so faszinierend wie das Zuschauen! Manchmal ist die Beschleunigung noch beeindruckend, wenn ich auf dem Bike sitze. Insgesamt aber ist es interessanter, vom Rand zuzuschauen. Nur so bekommt man wirklich einen Eindruck von den Geschwindigkeiten und den unglaublich kurzen Bremsdistanzen. Das ist schon umwerfend.“

Zwischen der Moto2 und der MotoGP besteht ein großer Unterschied, was die Geschwindigkeiten angeht – hier sehen wir Oliveira beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve auf dem Red Bull Ring an Bord eines Moto2-Bikes im Jahr 2018. PC @GoldAndGoose

Geht es also darum, etwas langsamer zu machen, das so schnell anmutet …?
„Genau. Die Perspektive macht den Unterschied. Wir sitzen am Bike und haben nur eine eingeschränkte Perspektive. Du blickst nur geradeaus und siehst eigentlich nur den Asphalt und die anderen Bikes, die mehr oder weniger genauso schnell fahren wie du selbst. Deshalb bekommst du nicht denselben Eindruck der Geschwindigkeit wie beim Passieren eines stehenden Objekts. Früher ging ich oft an das Ende der Boxengasse, wenn die MotoGP-Sessions begannen, und dachte ‚Wow! Wie können diese Typen die nächste Kurve anbremsen, obwohl das Vorderrad noch in der Luft ist? Wie machen die das?!‘ Es war fantastisch, sich das von außen anzusehen. Sicher ist es auch aufregend, so ein Bike selbst zu fahren … aber der Wow-Faktor ist nicht derselbe wie beim Zuschauen.“

Oliveira am Red Bull Ring inmitten der malerischen Kulisse im ersten der beiden Österreich-Rennen.
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Auf der Strecke richtest du dich also nach Markierungen, Hinterrädern und Distanzen?
„Es ist wie beim Fahren auf der Autobahn: Die Autos neben und vor dir werden zu deinen Referenzpunkten. In der MotoGP ist es ähnlich, nur drei oder viermal so schnell! So funktioniert jedenfalls dein Gehirn.“

Erreicht das Speed-Level einen Punkt, an dem du nicht mehr mitbekommst, ob du schneller fährst?
„Für uns ist Geschwindigkeit etwas, das du nicht fühlen kannst. Auf den Geraden ducken wir uns hinter das Windschild und versuchen, dem Wind so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Wenn du dich dann zum Anbremsen aufrichtest, wirkt sich die Geschwindigkeit so aus, dass du glaubst, nicht rechtzeitig bremsen zu können! In diesen ersten Zehntelsekunden, wenn du vom Gas gehst und den Bremshebel betätigst, schreit dein Gehirn in Panik auf! Es glaubt, dass sich das nicht ausgehen wird, aber natürlich gewöhnt man sich an dieses Gefühl. Das Gehirn gewöhnt sich daran, diese Bilder zu verarbeiten und mit der Geschwindigkeit fertigzuwerden. Von 320 oder von 280 abzubremsen ist fast das Gleiche. Du spürst den Unterschied nicht.“

KTM Fahrer und jüngst Rennsieger Brad Binder wurde Vierter im ersten der beiden Rennen in Österreich – KTM AG CEO Stefan Pierer gratuliert zum Erfolg. PC @PolarityPhoto

Und wie steht es mit dem Grenzbereich auf einer Strecke wie dem Red Bull Ring?
„Der Red Bull Ring mit seinen Fans ist schon etwas Besonderes. Speziell dann, wenn du eine KTM fährst. Es fühlt sich an, als würde man auf einem sehr alten Streckenlayout fahren, aber mit allen Vorzügen einer modernen Rennstrecke. Alles ist wunderschön hergerichtet: Der Asphalt ist extrem eben, es gibt kaum Bodenwellen. Es ist ein Privileg, hier ein MotoGP-Bike bewegen zu dürfen.“

In diesem Jahr wird den Fahrern der Jubel der KTM-Fans abgehen, der GP ist aber dennoch wichtig für den österreichischen Hersteller. PC @PhilipPlatzer

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PC @KTM