Wings for Life_Logo

Die Welt läuft für einen guten Zweck: Wings for Life World Run

Etwas Besonderes ereignet sich an diesem Wochenende und wir sprechen nicht vom MotoGP-Rennen in Spanien oder dem MXGP im niederländischen Valkenswaard oder sonst einem Ereignis, das mit Zweirädern zu tun hat. Trotzdem erfordert auch dieses Ereignis mindestens die gleiche Menge Schweiß, Aufopferungsbereitschaft und Ehrgeiz wie jeder Hochleistungssport, aber der Anlass des Wings for Life World Run ist nobler.Wings for Life_LogoDer Wings for Life World Run ist ein globales Ereignis, an  dem Läufer aus 136 Nationen, auf 34 Strecken, in 32 Ländern, auf 6 Kontinenten und in 13 verschiedenen Zeitzonen teilnehmen.

Viele werden von der Idee hinter dem Wings for Life World Run gehört haben. Und noch mehr werden Wings for Life kennen, eine Stiftung, die sich mit viel Ausdauer und Entschlossenheit der Suche nach einem Heilverfahren für Rückenmarksverletzungen verschrieben hat. Der World Run ist eine von zahlreichen Aktivitäten, die auf die Arbeit von Wings for Life aufmerksam machen sollen. Eher unbekannt sind die persönlichen Gründe, aus denen die Läufer den World Run bestreiten.

„Für mich geht es dabei um zwei Dinge“, sagte die 41-Jährige Laura Vigil, zweifache Mutter und  Pulmonologin aus Barcelona. „Zum einen finde ich es gut, dass alle Startgelder der Wings for Life Forschung zu Gute kommen und zum anderen gefällt mir das Wettbewerbsformat; jeder kann soviel oder so wenig laufen, wie er kann oder will, das ist etwas Neues und ich bin sicher, dass es eine Menge Leute bewegen wird, mitzulaufen.“

In Barcelona finden jedes Jahr vier bis fünf Marathonläufe statt, aber der World Run ist der einzige, der mit Besonderheiten wie dem ´Catcher Car´ aufwartet. Das Auto startet eine Stunde nach den Läufern und begleitet das Feld mit 15 km/h in der ersten Stunde, 20 km/h in der zweiten Stunde und so weiter. Für alle Läufer, die vom Catcher ein- und überholt wurden, ist das Rennen beendet. „Ich habe ein paar Probleme mit meinem Knie, aber mein Ziel ist es, 11 oder 12 Kilometer zu schaffen“, beschreibt Vigil ihre Ziele für dieses Wochenende.

Der World Run findet 2014 zum ersten Mal statt und schätzungsweise werden mehrere Zehntausend Läufer die Straßen und Bügersteige dieser Welt in eine riesige Laufstrecke verwandeln, um Wings for Life zu uterstützen. An der Initiative beteiligen sich auch zahlreiche bekannte Wings for Life-Botschafter wie Formel1-Weltmeister Sebastian Vettel und Fußballer Neymar vom FC Barcelona.

Auch zwei KTM Persönlichkeiten sind Teil der Wings for Life Stiftung. Der ehemalige Motocrosser und jetzige KTM Motorsportchef Pit Beirer und Rally-Legende Heinz Kinigadner.

„Nicht aufgeben, sondern kämpfen und versuchen das Beste zu geben – das ist nicht nur mein Motto, sondern umschreibt auch gleichzeitig sehr treffend die Philosophie hinter Wings for Life“, erklärt der mehrfache MXGP-Sieger Beirer, der 2003 beim Grand Prix in Bulgarien verunglückte uns seitdem querschnittsgelähmt ist. „Im Motorsport sind wir es gewohnt, schnelle Fortschritte zu erzielen, aber die Forschung im Bereich von Rückenmarkverletzungen ist ein sehr komplexes Thema und erfordert viel Geduld. Über einen längeren Zeitraum braucht es viel Energie, Motivation, Überzeugungsarbeit und finanzielle Mittel, um den Forschungsprozess voranzutreiben. Seit zehn Jahren gibt es Wings for Life nun schon und wir haben viele Schritte in die richtige Richtung gemacht, aber das  große Ziel, Rückenmarksverletzungen und Lähmungen heilbar zu machen, haben wir bisher nicht erreicht.“

„Die Erfolge, die wir bisher erzielt haben, sind großartig – zum Beispiel, dass inzwischen jede Red Bull Energy Station mit Geräten zur Minocyclin-Behandlung zur Erstbehandlung von Lähmungserscheinungen ausgestattet ist. Aber das ganz große Ziel, Querschnittlähmung heilbar zu machen, haben wir noch nicht erreicht“, fügt Beirer hinzu. „Wir werden die Hoffnung nie aufgeben und alles daran setzen, dieses Ziel zu erreichen.“

Seit die Stiftung 2004 ins Leben gerufen wurde, verfolgen zahlreiche aktive und ehemalige Sportler wie Beirer und Kinigadner die Arbeit für Wings for Life als Botschafter mit viel Engagement und persönlichem Einsatz. Der World Run ist eine neue Idee, um Spenden und Sachspenden zu sammeln, die bei Auktionen für den guten Zweck versteigert werden.

„Unsere Motivation ist die Hoffnung auf Erfolg“, sagt Kinigadner. „Wir kämpfen um jeden einzelnen Nerv und jeden Muskel. Wir haben mittlerweile verstanden, dass Forschung und Sport nicht vergleichbar sind. Die Forschung auf diesem Gebiet ist langwierig  und man kann keine schnellen Erfolge erwarten. In der Motorradentwicklung lässt sich ziemlich schnell rausfinden, ob zum Beispiel eine neue Schwinge funktioniert oder nicht. Wenn aber in der Zellforschung etwas schiefgeht, dann besteht die Gefahr der Tumorbildung oder anderer negativer Reaktionen des Körpers. Wenn man einmal eine Entscheidung getroffen hat, gibt es kaum einen Weg zurück. Manchmal ist es frustrierend zu sehen, dass zwar neue Forschungsergebnisse erzielt werden, die Umsetzung aber noch acht Jahre dauert. Dann denkt man nur: Acht Jahre, das ist viel zu lang!“

Der World Run dient nicht nur einem guten Zweck; gleichzeitig vereint er tausende Läufer über Kontinente und Zeitzonen hinweg. Er verfolgt ein ehrgeiziges Ziel und ist nahezu einzigartig in seiner internationalen Bedeutung und Reichweite.

„Der World Run ist bisher das größte Ereignis, das wir mit Wings for Life auf die Beine stellen. Vier Jahre hat die Organisation bis zur endgültigen Umsetzung gedauert“, beschreibt Kinigadner die Planung des Meilensteinprojekts. „Für Wings for Life ist das kommende Wochenende von großer Bedeutung. Es ist etwas besonderes zu wissen, dass Hunderttausende ein gemeinsames Ziel verfolgen.“

„Wir haben ausgiebig alle möglichen Ansätze und denkbare Lösungen diskutiert. Mit dem ´Catcher Car´, das die Teilnehmer nach einer gewissen Zeit einsammelt, haben wir denke ich eine gute Lösung gefunden, die den Teilnehmern hoffentlich gefällt. Ich selbst werde in Östereich am Start sein und hoffentlich nicht zu schnell eingeholt! Ich bin mir sicher, dass der World Run ein Erfolg wird und noch mehr Potenzial für die Zukunft hat. Es wäre schön, wenn der World Run Jahr für Jahr an Popularität gewinnt und dabei hilft die Stiftung zu fördern.“

Alle, die es an diesem Wocheneden nicht schaffen, ihre Laufschuhe zu schnüren, sollten ein Auge auf die Anmeldefristen für 2015 haben.

Wings for Life_Runners
www.wingsforlife.com/de/

www.wingsforlifeworldrun.com/de/

Fotos: Red Bull Content Pool